Nachhaltigkeit
Enkeltauglich: Wie wir im Grünen Hotel zur Post Generationenverantwortung leben
Warum 100 % Bio, Bienen im Garten und klimafreundliche Mobilität in Salzburg mehr sind als ein „grünes Extra“ – und wie Sie Ihren Aufenthalt enkeltauglich gestalten.
Lesezeit:
9 Minuten

Georg & Silvia Maier
Hotelier
Nachhaltigkeit
14.12.2025
„Enkeltauglich“ klingt wie ein großes Wort – und ist doch ganz praktisch: Es geht darum, heute so zu handeln, dass unsere Lebensgrundlagen morgen noch da sind. Atemluft, fruchtbare Böden, sauberes Wasser, Artenvielfalt. Und es geht darum, Verantwortung nicht als Verzicht zu erzählen, sondern als etwas, das sich gut anfühlt: konsequent, fair, machbar. Genau deshalb passt der Begriff so gut zu einem Urlaub, der nicht nur schön, sondern auch stimmig sein soll. Im Grünen Hotel zur Post verstehen wir enkeltauglich nicht als Trend, sondern als tägliche Entscheidung – beim Einkauf, bei der Energie, bei Mobilität und bei dem, was wir als Betrieb in die Region zurückgeben.
Was bedeutet „enkeltauglich“ – und warum betrifft es uns alle?
Die Bewegung „Enkeltaugliches Österreich“ beschreibt enkeltauglich als das Bewahren und Gestalten unseres Lebensraums, sodass Gesundheit, Vielfalt und Fülle der Natur für kommende Generationen erhalten bleiben oder regeneriert werden – und betont dabei ausdrücklich die Freude an Generationenverantwortung. etoe.at Dieser Zugang gefällt uns, weil er nicht bei Schuldgefühlen stehen bleibt. Enkeltauglich heißt: Zusammenhänge verstehen – und dann die Stellschrauben drehen, die in der eigenen Realität liegen.
Für uns als Bio-Hotel und nachhaltiges Hotel Salzburg sind das vor allem vier Felder, in denen wir echten Einfluss haben: Lebensmittel (Bio & regional), Schutz von Bestäubern (Bienen), Ressourcennutzung (Energie, Abfall, Wasser) und klimafreundlich reisen (Anreise & Mobilität vor Ort). Dass das funktioniert, merkt man nicht an großen Parolen – sondern daran, wie selbstverständlich sich Ihr Aufenthalt anfühlt.
Warum Pestizide ein zentrales „Enkeltauglich“-Thema sind
Pestizide sind ein Thema, das viele erst dann wahrnehmen, wenn es persönlich wird: wenn Bienen verschwinden, wenn Böden ihre Lebendigkeit verlieren oder wenn Studien zeigen, dass Wirkstoffe nicht dort bleiben, wo sie ausgebracht werden. Genau das hat 2022 eine Untersuchung besonders deutlich gemacht: In Ostösterreich wurden 67 Pestizide in der Luft gefunden; laut Einschätzung der Forschenden war etwa die Hälfte der nachgewiesenen Stoffe schädlich für die menschliche Gesundheit (u. a. mögliche Reizungen sowie hormonelle Wirkungen), und fast ein Viertel habe ein krebserregendes Potenzial. science.ORF.at
Das ist keine Einladung zur Panik – aber ein klarer Hinweis: „Aus den Augen, aus der Luft“ funktioniert nicht. Wenn Pestizide verdriften, berührt das auch Schutzräume: In der ORF-Zusammenfassung wird erwähnt, dass selbst in Nationalparks mehrere Pestizide nachweisbar waren. Enkeltauglich zu handeln bedeutet hier: Alternativen stärken, die weniger Chemie brauchen – und Bio-Landwirtschaft ist dafür eine der wichtigsten Stellschrauben.
Bio-Landwirtschaft in Salzburg: starke Basis, große Chance
Salzburg hat in Österreich eine besondere Ausgangslage: Das Land Salzburg hält fest, dass rund 50 % der Betriebe und mehr als die Hälfte der landwirtschaftlich genutzten Fläche biologisch bewirtschaftet werden. salzburg.gv.at Auch das SalzburgerLand beschreibt Salzburg als Bio-Vorreiter und ordnet Bio als Investition in die Zukunft ein – verbunden mit Genuss, Tourismus und regionaler Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Gastgeber*innen. SalzburgerLand.com
Für uns ist das ein Rückenwind. Denn je stärker Bio in der Region verankert ist, desto einfacher ist es für einen Hotelbetrieb, wirklich konsequent einzukaufen – und dabei Lieferketten kurz, transparent und fair zu halten.
Was wir als Bio-Hotel konkret tun: 100 % Bio – geprüft und dokumentiert
Im Grünen Hotel zur Post ist Bio kein „Anteil“, sondern Standard: Seit 2018 arbeiten wir mit Bio-Vollsortiment – unsere verwendeten Lebensmittel sind seitdem bio-zertifiziert und werden von Austria Bio Garantie regelmäßig kontrolliert; zusätzlich werden Bio-Zertifikate der Lieferant*innen jährlich geprüft und archiviert.
Das ist uns wichtig, weil es das Gegenteil von vagen Versprechen ist. Bio heißt bei uns: Prozesse, Nachweise, Wiederholbarkeit. Und es heißt auch: Einkauf nach klaren Kriterien – nicht nur Bio, sondern (wo möglich) Regionalität und Menschenwürde in der Wertschöpfungskette.
Bienen, Honig, Biodiversität: warum ein Hotelgarten mehr kann als „schön aussehen“
Wenn wir über Pestizide sprechen, sind Bestäuber schnell im Fokus. Bienen sind empfindliche Indikatoren: Wo Vielfalt fehlt oder Chemie wirkt, wird es still. Deshalb ist unser Garten nicht nur Rückzugsort für Gäste, sondern auch Lebensraum. Im Gemeinwohlökonomie-Folder ist festgehalten, dass wir Honig von den eigenen Bienen aus unserem Garten anbieten. Und die Hotelbeschreibung betont die eigene Bio-Imkerei für Honig als Teil unseres Frühstückserlebnisses.
Gleichzeitig ist uns wichtig, sauber zu bleiben in der Aussage: Ein paar Bienenvölker retten nicht „die Biodiversität“. Aber sie machen etwas sichtbar, das oft abstrakt bleibt: Bestäubung ist Grundlage für Ernährung – und Schutz beginnt im Kleinen, dort wo wir Verantwortung haben.
Als Hintergrund hilft auch der Blick auf die Risikodiskussion rund um bestimmte Wirkstoffgruppen: Die EFSA hat etwa für mehrere Neonicotinoid-Anwendungen Risiken für Honig- und Wildbienen bestätigt. European Food Safety Authority Das unterstreicht, warum die Richtung zählt: weniger chemischer Druck, mehr ökologische Kreisläufe.
Gemeinwohl statt Greenwashing: warum wir unsere Wirkung messen lassen
Enkeltauglich ist auch eine Frage der Transparenz: Wie ernst meint es ein Betrieb – und woran erkennt man das? Wir haben uns entschieden, unsere Arbeit im Rahmen der Gemeinwohl-Ökonomie sichtbar zu machen. Im Testat zur Gemeinwohlbilanz (Kompaktbilanz 2019–2020) ist eine Bilanzsumme von 470 ausgewiesen; das Zertifikat war bis 15.11.2023 gültig.
Warum wir das erwähnen: Weil Gemeinwohl-Ökonomie nicht „nur“ Ökologie ist. Es geht auch um Menschenwürde, Solidarität, Transparenz und Mitentscheidung – also um das, was ein Wirtschaften wirklich enkeltauglich macht. Und genau diese Logik passt zu einem Familienbetrieb, der langfristig denkt: nicht kurzfristig glänzen, sondern dauerhaft sinnvoll handeln.
Klimafreundlich reisen: E-Mobilität und sanfte Wege in der Stadt
Enkeltauglich ist nicht nur, was am Buffet liegt – sondern auch, wie man ankommt und sich bewegt. Wer klimafreundlich reisen möchte, braucht Optionen, die alltagstauglich sind. Im Gemeinwohlökonomie-Folder ist ein „Grüner Rabatt“ bei Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln, Elektroauto oder Fahrrad genannt – plus Verleih von Fahrrädern/E-Bikes und Lademöglichkeiten für E-Autos und E-Bikes. Das ist für uns ein wichtiger Teil von E-Mobilität Urlaub: nicht nur Infrastruktur hinstellen, sondern die Entscheidung aktiv erleichtern.
Und Salzburg ist dafür ein idealer Ort: kompakt, gut mit Öffis und Radwegen erschließbar – sodass der „Urlaub ohne Auto“ nicht kompliziert wird, sondern oft entspannter. Wer bei uns wohnt, kann grün anreisen, grün unterwegs sein – und am Ende mehr von der Stadt mitnehmen als nur Wege.
Wie Sie Ihren Aufenthalt enkeltauglich machen – ohne Perfektionsdruck
Enkeltauglich heißt nicht, alles richtig zu machen. Es heißt, die größten Hebel mit vernünftiger Leichtigkeit zu nutzen. Drei Ideen, die in Salzburg wirklich gut funktionieren:
Bio wählen, wenn es leicht ist
Im Urlaub ist Bio oft einfacher als zu Hause – weil es vorbereitet ist. Ein Frühstück, das konsequent bio-zertifiziert ist, macht die Entscheidung jeden Morgen automatisch.Mobilität als Erlebnis denken
Ein Tag mit Öffis und (E-)Bike zeigt Ihnen Salzburg anders: ruhiger, näher, spontaner. Und ja – es ist ein kleiner Beitrag, aber einer, der sich unmittelbar gut anfühlt.Regional fragen, statt nur konsumieren
Wenn Sie wissen möchten, wo etwas herkommt: fragen Sie uns. Regionalität lebt von Beziehung – und genau das ist der Unterschied zwischen „Bio als Label“ und „Bio als Kultur“.
Fazit: Enkeltauglich ist kein Anspruch – sondern eine Richtung
Der Begriff „enkeltauglich“ erinnert uns daran, dass Zukunft nicht irgendwann beginnt, sondern in täglichen Entscheidungen: bei Lebensmitteln, bei Energie, bei Mobilität – und in der Frage, ob Wirtschaften dem Leben dient. Studien wie jene zu Pestiziden in der Luft zeigen, warum das Thema real ist. science.ORF.at Salzburg zeigt gleichzeitig, wie viel schon möglich ist: Bio ist hier nicht Nische, sondern starke Basis. salzburg.gv.at+1
Wenn Sie Ihren grünen Urlaub in Österreich so gestalten möchten, dass Genuss und Verantwortung zusammenpassen, laden wir Sie ein: Kommen Sie an, atmen Sie durch, frühstücken Sie bio – und entdecken Sie Salzburg mit einem Gefühl, das bleibt.

